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Interview mit dem Leiter des Flüchtlingsheims in Elstal

Kurz vor Eröffnung des neuen Flüchtlingsheims im DEMEX Park in Elstal, stellte der Heimleiter, Jawal Awag, sich und seine Arbeit in einem Interview mit der Bürgerinitiative vor:

Willkommen in Wustermark:   Welche anderen Flüchtlingsunterkünfte in der Umgebung betreiben die Johanniter?

Jawal Awag:   Die Johanniter betreiben und unterstützen derzeit rund 125 Flüchtlingseinrichtungen in ganz Deutschland, darunter auch spezielle Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Wir errichten Notunterkünfte, übernehmen die medizinische Erstversorgung der Ankommenden und leisten soziale und pädagogische Betreuung und Beratung. Insgesamt betreuen die Johanniter im Rahmen ihrer Flüchtlingshilfe in Deutschland derzeit rund 50.000 Menschen. Im Regionalverband Brandenburg-Nordwest betreiben wir momentan fünf Notunterkünfte in Rathenow, Brandenburg an der Havel, Schönwalde-Glien, Falkensee und Elstal.

 

WiW:   Haben Sie schon Erfahrung in der Leitung anderer solcher Einrichtung?

Awag:   Seit September bin ich in der Flüchtlingshilfe bei den Johannitern tätig. Erste Erfahrungen  sammelte ich als Mitarbeiter in der Notunterkunft in Brandenburg/Havel. Seit Oktober leite ich die Unterkunft in Schönwalde-Glien und inzwischen auch die in Elstal.

 

WiW:   Wie groß wird Ihr Team in Elstal sein?

Awag:   In Elstal werde ich von zwei weiteren Sozialarbeitern unterstützt. Für die Pflege und Wartung der Unterkunft wird ein Hausmeister vor Ort sein. Zudem überprüft der Wachschutz rund um die Uhr die Sicherheit. Neben meinen Kolleginnen und Kollegen vor Ort werde ich aber auch durch unseren Flüchtlingskoordinator und dem Leiter des Johanniter-Ortsverbandes Nauen unterstützt.

 

WiW:   Ist die Organisation und Logistik ihrer Arbeit kompliziert? Was sind die schwierigsten Aspekte daran?

Awag:  Die Organisation, die vor dem Bezug des Gebäudes steht, ist stets sehr aufwendig. Wenn wir den Zuschlag vom Landkreis bekommen, haben wir oft nur sehr wenig Zeit, um den Unterkunft einzurichten. Inzwischen sind die Lieferzeiten aufgrund des bundesweiten Bedarfes auch sehr lang geworden. Den Aufbau und Transport übernehmen vor allem die vielen Johanniter-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. Dabei werden wir aber auch oft von freiwilligen Helfern unterstützt, die entweder privat oder in Verbindung mit einer ehrenamtlichen Initiative auf uns zukommen. Das große Engagement der Havelländer hilft uns ungemein, um z.B. Freizeitangebote, Kleidung oder Spielzeug für unsere Bewohnerinnen und Bewohner anbieten zu können. Natürlich kommen auch Menschen zu uns, die Ängste haben und nicht wissen, wie sie die Flüchtlinge einschätzen sollen. Wir laden sie dann immer ein, in unsere Einrichtung zu kommen und mit den Flüchtlingen zu sprechen. So können wir viele Zweifel und Ängste zerstreuen.

 

WiW:   Wie können Flüchtlinge und Anwohner einander kennenlernen und sich gegenseitig für einander einbringen. Welche Beispiele solcher Aktivitäten haben Sie schon erlebt und mit welchem Erfolg?

Awag:  In Schönwalde-Glien werden wir beispielsweise am 4. Dezember ein Willkommensfest mit den Anwohnern machen. Dabei ist Zeit miteinander ins Gespräch zu kommen und auch einmal die Küche der jeweils anderen Kultur kennen zu lernen. Ähnliche Angebote machen wir auch in unseren anderen Unterkünften. Gerade Kinder sind dabei unheimlich aufgeschlossen. Das sehen wir zum Beispiel in Brandenburg an der Havel. In dem Gebäude sind auch drei Kampfsportvereine ansässig, die sofort die Kinder in ihre Kurse integriert haben. Inzwischen sind dort richtige Freundschaften entstanden.

 

WiW:   Vielen Dank für das Gespräch! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihrem Team!